Pastis

Was ist eigentlich ein Pastis?

Pastis ist der berühmte und beliebte Apéritif aus dem Süden Frankreichs, der einen kräftigen Anisgeschmack aufweist. Süßholz ein weiterer Hauptbestandteil, verleiht ihm seine Süße und zarte Lakritznote. Blüten, Gewürze, Kräuter und Essenzen zaubern subtile Aromen und geben ihm sein Bukett und seinen individuellen Charakter.

Anders als der Absinth, der aus dem Jura stammt und häufig stark und ein wenig bitter schmeckt, ist der Pastis ein Kind der Sonne, der Düfte und Farben, der Kräuter und Gewürze, der Provence. Wirklich gut gemachter Pastis schmeckt leicht, wie ein Fink der vorbeihuscht, ein paar heruntergefallene Brotkrumen aufpickt und wieder davon saust. Bekannt als Feriengetränk à la Carte steht er Synonym für Sommer, Sonne, fröhliches Lachen, für den Ruf der Singzikaden, für französisches „Laisser-faire“, eine Partie Petanque oder einfach nur das Leben genießen.

Pastis gehört der großen Familie der mediterranen Anisspirituosen an, wie der griechische Ouzo, der arabische Arak, der türkische Raki oder der italienische Sambuca. Genauso, wie seine Verwandten zeigt er Zugabe von Wasser oder Kälte sein typisches opaleszierendes, milchiges Antlitz. Dieses Phänomen wird übrigens auch als Loucheeffekt bezeichnet.

Ein Kleiner Gelber, wie der Pastis auch genannt wird, sollte stets verdünnt getrunken werden. Dazu werden zwei Zentiliter Pastis in ein Ballonglas oder in eine farbig bedruckte Longdrinkstange gefüllt und kristallklares Wasser hinzugefügt.

Klassischerweise kommen auf einen Teil Pastis, fünf Teile Wasser. Ein oder zwei Eiswürfel runden die Melange ab, geben ihr, ihre erfrischende Note. Hier in Marseille trinkt man den Pastis allerdings gerne ein wenig stärker. Zwei bis vier Zentiliter Wasser auf zwei Zentiliter Pastis reichen für einen „Apéro a la Marseillais“ völlig  aus.

Wer ein Rendezvous mit einem „kleinen Straßenjungen“ (Momie) hat oder eine „halbe Dosis“ (demi-dose) trinkt, der nippt an einem unverdünnten Pastis. Eine Methode die zum Verkosten praktiziert wird oder um sich in aller Eile zu betrinken. Die Aromenvielfalt und Fülle eines delikaten Pastis bleibt dem Genießer bei dieser Art allerdings verborgen, weil nur die vordergründigen Geschmacksnoten, wie beispielsweise Anis und Lakritze eine Rolle spielen.

Bei sommerlichen Temperaturen sind auch Mixgetränke mit Pastis sehr beliebt. Der Variantenreichtum ist groß und die Namen zeugen von der herrlichen Phantasie der Provenzalen. Als Maure (Mauresque) wird beispielsweise ein Pastis mit Mandelsirup, als Papagei (Perroquet) mit Minzsirup und als Tomate ein Pastis mit Grenadinensirup bezeichnet.

Zahlreiche Kräuter und Gewürze aromatisieren die sogenannten „handwerklichen Pastissorten“, die Pastis Artisanal. Kleine bis mittelgroße Destillerien der Region haben in den letzten Jahren neue und exklusive Marken entwickelt, die den Gaumen von Kennern und Liebhabern des Besonderen erfreuen. Von mild und fein bis kräftig und würzig reicht die Palette. Eine erlesene Vielfalt unterschiedlicher Geschmackserlebnisse und ein kulinarischer Hochgenuss.

Sieben bis zehn Teile geeisten Wassers, aus einer Carafe d’ Eau, dem typisch französischen Wasserkännchen, geben diesen geschmacksintensiven Sorten, die richtige Temperatur und Verdünnung. Der „Pastis Raimu“ der Destillerie Janot, der „Pastis Henri Bardouin“ der Distilleries et Domaines de Provence oder der Pastis „Pastis du Liquoriste“ der Liquoristerie de Provence sind einige der bereits bekannteren Marken dieser aromareichen und hochkarätigen Pastissorten.

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